Kurzantwort: Bleirohre in alten Gebäuden sind ein ernstes Gesundheitsrisiko. Sie müssen vollständig ausgetauscht werden - eine Sanierung durch Beschichtung oder Inliner ist bei Trinkwasserleitungen in Deutschland nicht zulässig. In Oldenburg gibt es ältere Wohngebäude, in denen Bleileitungen noch vorhanden sein können.
Warum sind Bleirohre gefährlich?
Blei ist ein giftiges Schwermetall, das sich in Körper, Gehirn und Nervensystem anreichert. Besonders gefährdet sind Kinder und Schwangere. Schon geringe Bleikonzentrationen im Trinkwasser können bei regelmäßigem Konsum zu Entwicklungsstörungen, Konzentrationsproblemen und anderen gesundheitlichen Schäden führen.
Die Trinkwasserverordnung (TrinkwV) in Deutschland schreibt einen Grenzwert von 0,010 mg/l (10 Mikrogramm pro Liter) vor. Bleileitungen überschreiten diesen Wert regelmäßig - besonders wenn das Wasser länger als vier Stunden in der Leitung gestanden hat.
In welchen Gebäuden kommen Bleirohre vor?
Bleirohre wurden in Deutschland bis Ende der 1970er-Jahre verlegt. Ältere Gebäude in Oldenburg - Gründerzeitbauten, Häuser aus der Nachkriegszeit oder Bauten bis etwa 1978 - können noch Bleileitungen haben. Das betrifft vor allem die Hausinstallation (Wohnungsleitungen), aber auch den Hausanschluss vom öffentlichen Netz bis zum Gebäude.
Wie erkennt man Bleirohre?
- Optisch: Bleirohre sind mattgrau, weich und lassen sich mit dem Fingernagel einritzen. Sie sind schwerer als Kupfer- oder Kunststoffrohre.
- Klangtest: Ein leichter Schlag erzeugt bei Bleirohren ein dumpfes Geräusch - bei Kupfer klingt es heller.
- Messertest: Mit einem Messer leicht ankratzen - Blei lässt sich leicht einritzen und zeigt einen silbrig glänzenden Schnitt.
- Wassertest: Lassen Sie Wasser nach längerer Stehzeit (mindestens 4 Stunden) in eine Flasche laufen und geben Sie diese zur Untersuchung in ein akkreditiertes Labor.
Wenn Sie unsicher sind, kann auch ein Installateur oder ein öffentlich bestellter Gutachter die Leitungen prüfen. In Oldenburg können Sie sich auch an das Gesundheitsamt wenden.
Welche Sanierungsoptionen gibt es?
Bei Bleileitungen in der Trinkwasserinstallation gibt es grundsätzlich nur eine zulässige Option:
Vollständiger Rohraustausch
Alle Bleileitungen müssen durch neue Leitungen aus Kupfer, Edelstahl oder zertifiziertem Kunststoff (PE-Xc, PP-R) ersetzt werden. Das ist aufwendiger und teurer als eine Sanierung - aber gesetzlich vorgeschrieben. Eine Beschichtung oder ein Inliner ist für Trinkwasserleitungen in Deutschland nicht zugelassen.
Übergangsmaßnahmen
Bis zur Sanierung können Sie:
- Wasser nach jeder Nacht und nach längerer Abwesenheit 3 bis 5 Minuten ablaufen lassen, bevor Sie es trinken.
- Einen zertifizierten Wasserfilter (DIN EN 1717 zertifiziert) einsetzen.
- Für sensible Personengruppen (Kinder, Schwangere) ausschließlich Mineralwasser nutzen.
Kosten und Fördermittel
Der Austausch von Bleileitungen ist je nach Umfang kostspielig - für eine Wohneinheit rechnen Sie mit mehreren Tausend Euro. In Mehrfamilienhäusern lohnt sich eine koordinierte Sanierung aller Einheiten.
Prüfen Sie, ob Fördermittel der KfW (Bundesförderung für Trinkwassersanierung) oder kommunale Programme der Stadt Oldenburg verfügbar sind. Lassen Sie sich vom Fachbetrieb beraten.