Viele Verstopfungen und Rohrschäden entstehen nicht durch Zufall, sondern weil regelmäßig Dinge in den Abfluss gelangen, die dort nicht hineingehören. In Oldenburg wie überall in Deutschland gilt: Die Kanalisation ist kein Allzweckmüll. Was Sie vermeiden sollten, erklärt dieser Ratgeber.
Diese Stoffe gehören nicht in den Abfluss
In der Küche
- Fette und Öle: Erkaltetes Fett setzt sich an den Rohrwänden ab und bildet mit der Zeit harte Pfröpfe. Frittieröl, Bratfett und Salatdressing gehören in den Restmüll oder zur Altstoffsammlung.
- Kaffee- und Teesatz: Setzt sich im Siphon ab und klebt andere Rückstände fest.
- Mehl, Stärke, Reis, Nudeln: Quellen im Rohr auf, bilden eine zähe Masse und verstopfen zuverlässig.
- Essensreste: Auch mit Küchenabfallzerkleinerer nicht ideal - organische Massen belasten die Kläranlagen und können Rohre zusetzen.
Im Bad und auf der Toilette
- Feuchttücher und Kosmetiktücher: Auch wenn 'flushable' draufsteht - die meisten lösen sich im Rohr nicht auf und bilden mit Haaren verfilzte Pfropfen.
- Hygieneartikel (Binden, Tampons, Wattestäbchen): Gehören ausnahmslos in den Restmüll.
- Haare: Natürlich kaum zu vermeiden, aber ein Haarsieb im Abfluss hält die Menge erheblich zurück.
- Medikamente: Dürfen keinesfalls ins WC gespült werden - Wirkstoffe gelangen ins Grundwasser und lassen sich nicht vollständig herausfiltern. Abgabe in der Apotheke oder über Sondermüll.
- Farbe, Lacke, Lösungsmittel, Motoröl: Gefährlich für Rohre, Kläranlagen und Gewässer. Gehören zu Sonderabfall.
- Zement, Gips, Fugenmörtel: Härten im Rohr aus und sind kaum zu entfernen. Selbst kleine Mengen aus dem Putzeimer können Schäden anrichten.
Was sind die Folgen?
Wer regelmäßig die falschen Dinge in den Abfluss gibt, riskiert Verstopfungen, Gerüche und im schlimmsten Fall beschädigte Rohre. Für die Behebung solcher Schäden fallen in Oldenburg Kosten an, die sich mit einfachen Gewohnheiten vermeiden ließen.
Häufige Fragen
Darf man kochendes Wasser in den Abfluss gießen?
Gelegentlich ist das unbedenklich - kochendes Wasser hilft sogar, Fettablagerungen zu lösen. Häufig und in großen Mengen kann es aber PVC-Rohre und Silikondichtungen langfristig beschädigen. Bei normalen Haushaltsmengen besteht kein Anlass zur Sorge.
Ist Natron im Abfluss erlaubt?
Ja. Natron (Natriumbicarbonat) ist umweltverträglich und kann in Kombination mit Essig zur Vorbeugung von Gerüchen und leichten Ablagerungen eingesetzt werden. Es löst aber keine starken Verstopfungen.
Was passiert, wenn verbotene Stoffe in die Kanalisation gelangen?
Neben Verstopfungen in der eigenen Leitung können Schäden am öffentlichen Kanalsystem entstehen. In einigen Fällen - etwa bei Einleitung von Gefahrstoffen - können Ordnungswidrigkeiten nach dem Wasserhaushaltsgesetz drohen.